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Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die verschiedene Organe beeinträchtigen kann, darunter die Haut, die Gelenke, das zentrale Nervensystem und die Nieren.1 Charakteristisch für SLE ist die Produktion von pathogenen Autoantikörpern und der Verlust der Toleranz gegenüber nukleären Selbstantigenen.2 Eine klinische Heterogenität, ein unvorhersehbarer Verlauf und das Auftreten von Schüben sind weitere typische Merkmale von SLE.3
Weltweit sind mehr als 3.4 Millionen Menschen von SLE betroffen4, von denen ca. 90% Frauen sind.5 In der Schweiz leiden nach Schätzungen rund 1’200-4’000 Patient:innenen an SLE.5
Die Entstehung eines SLE ist in den meisten Fällen multifaktoriell bedingt.5 Genetische Wechselwirkungen mit Umweltfaktoren, insbesondere UV-Lichtexposition, Epstein-Barr-Virusinfektion und hormonelle Faktoren, können die Krankheit auslösen und zu einer Dysregulation des Immunsystems führen.1
Die körperliche und emotionale Belastung für an SLE erkrankte Menschen ist gross.7 Die hohe Morbidität, der chronische Krankheitsverlauf und die Abhängigkeit von einer Kortikosteroid-Therapie tragen zu langfristigen Organschäden bei, die sogar zu lebensbedrohlichen systemischen Organschäden führen können.4 Durch neue Medikamente und ein besseres Verständnis für die Erkrankung hat sich die Lebenserwartung und die Lebensqualität für die Betroffenen in den vergangenen Jahren jedoch deutlich verbessert.5
Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt, können sich Rippenfell, Brustfell, Herzbeutel oder Herzklappen entzünden. Bedrohlich sind auch die Nierenentzündungen (Lupus Nephritis), welche zu Nierenversagen und Dialyse führen können.5
Folgende Merkmale werden berücksichtigt:10
dem Risiko einer fortschreitenden Organschädigung.11
Gemäß den EULAR-Empfehlung von 2023 wird Hydroxychloroquin für alle Patient:innen empfohlen, sofern keine Kontraindikation besteht. Glukokortikoide (GC) können als 'Überbrückungstherapie' während Phasen der Krankheitsaktivität eingesetzt werden. Zur Erhaltungstherapie sollten sie auf gleich oder weniger als 5 mg/Tag (Prednisonäquivalent) minimiert und, wenn möglich, abgesetzt werden.11 Bei unzureichender Krankheitskontrolle und um das Ausschleichen/Absetzen der GC-Therapie zu erleichtern, sollte eine frühzeitige Initiierung von Immunsuppressiva (ISDs) wie Methotrexat, Azathioprin, Mycophenolat und/oder biologischen Wirkstoffen wie Anifrolumab, Belimumab in Betracht gezogen werden.11
ACR: American College of Rheumatology; dsDNA: doppelsträngige DNA; EULAR: European Alliance of Associations for Rheumatology; SLE: systemischer Lupus erythematodes.
Referenzen:
CH-12949-Revision date 06/2026